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Bootfahren in der Praxis Tips für die Praxis des Bootfahrens

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  #1  
Alt 23.12.2004, 09:30
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Morgen,

Mal ne ganz dumme Frage, die mich seit Jahrzehnten ebschaeftigt

Warum macht eigentlich jeder mit dem Heck zur Mole fest??
Das seh ich ein, wenns um ein grosses Boot mit Gangway geht, aber gerade bei kleinen Booten machts doch keinen Sinn?

Wir hatten immer den Bug zur Mole, denn so kommt man aus nem kleinen Boot leichter rauf, man kann schoen gerade reinfahren, man hat den Motor/Propeller weg von Steinen/Stufen/der Mole selbst.
Gerade die HR Fahrer kennen vielleicht das Problem, dass an der Mole, knapp unter der Wasseroberfläche eine Stufe betoniert ist.

Wenn ich also nicht gerade eine Bug Ankerwinsch habe und dort ohnehin Muringleinen angeboten werden, warum tut man sich das reinreversieren im Retourgang an?

cu
martin
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  #2  
Alt 23.12.2004, 09:34
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weiss nicht , ich leg auch immer mit dem Bug voraus an
__________________
lg
Ferdi

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  #3  
Alt 23.12.2004, 10:08
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Hallo Martin,

das hat tatsächlich mit dem Ein und Aussteigen über Heck, z.B. bei Seglern zu tun.

Bei unseren Booten, kann man wegen dem AB sowieso besser von vorne Einsteigen.

Hier aber nochmal eine kleine Erklärung eines "römisch-katholischen" Anlegemanövers:



"Römisch-katholisch" anlegen: Den Buganker fallen lassen und mit dem Heck an der Pier festmachen. Der Begriff stammt angeblich aus Italien.

Hier etwas genauer

Und los geht's

Parallel zur Pier bzw. zu den schon ankernden Yachten anfahren. In Höhe der Lücke, in die wir hineinwollen, abdrehen.

Einige Meter über die Stelle, wo der Anker fallen soll, hinausfahren.

Je nach Radeffekt (!!!) das Schiff vor dem Aufstoppen etwas in die entgegengesetzte Richtung drehen, damit wir beim Rückwärtsfahren nicht eine Schlangenlinie ins Kielwasser schreiben. Dann rückwärts.

Anker erst fallen lassen, wenn das Schiff Fahrt zurück macht. Dann kann auch keine Kette auf den Anker fallen und ihn unklar kommen lassen. Außerdem gräbt er sich nur so ein.

Der Ankermann fährt am besten die Kette zunächst aus der Hand (dicke Handschuhe). Dann merkt er auch, wann die Parkkralle unten ist. Langsam nachgeben, Kette nicht auf den Anker fallen lassen. Jetzt über die lose Winsch legen oder einfach ausrauschen lassen. Vorsicht jetzt am Ankerkasten!

Jetzt zügig in die Lücke fahren. Gashebel auf ganz kleine Fahrt stehen lassen. Meist wird zu langsam gefahren und mit dem Gashebel herumgerührt. Dann ist das Schiff kaum noch steuerbar. Bei Seitenwind schon gar nicht!

Gas erst unmittelbar vor der Pier wegnehmen. Meist reicht der Zug der Kette, um abzubremsen. Jetzt schnell die Leinen rüber und erstmal irgendwie festmachen. Das muß flott gehen.

Spannend: Hält er oder hält er nicht?

Beide Achterleinen sind an Land und fest. Jetzt die Kette von Hand und mit viel Schmackes durchsetzen. Slipt der Anker oder hält er?

Wenn er bombenfest hält, die Kette etwas entspannen. Nach einiger Zeit kontrollieren.

Wenn er slipt, nicht diskutieren ("Das hält schon..."), sondern neues Manöver. Unbedingt.

Wer als Skipper richtig fit ist, fährt den Anker vorher ein. Siehe oben. Aber Seitenwind und Radeffekt lassen so einen Stop kurz vor den anderen Schiffen (und ihren Ketten) nicht immer ratsam erscheinen.



"Mensch Hein! Warum kannst Du nicht
Römisch-Katholisch anlegen wie andere
Skipper auch !"

Also wie gesagt, das kommt aus der Segelei, oder bei Motorbooten macht das Sinn, bei denen man nicht oder nur schlecht über den Bug einsteigen kann.

Schau Dir mal die modernen Sportboote, mit Ihren "gestylten" Bugformen an, alles glatt, kein Freibord, da kannst Du deine Mitfahrer gleich ins Wasser werfen oder legst besser über Achtern an.

__________________
Gruß

Michael
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  #4  
Alt 23.12.2004, 10:51
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Das Hauptproblem mit dem Bug ist das man vielleich rauskommt, aber nicht mehr rein ohne Leiter. Stell dir einmal einen Schwimmsteg vor wie in der Supetarska auf Rab oder in Skradin. Ja selbst in der Veruda käme ich kaum auf das Schiff.
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  #5  
Alt 23.12.2004, 11:07
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Hi Herbert,

Drum mein Zusatz vorhin:
Zitat:
Zitat von dodl
..... aber gerade bei kleinen Booten machts doch keinen Sinn?


Klar, bei deinen 12m Verdraengern mag das ein Problem sein, aber bei den kleinen geschossen kannst du ueber den bug fast mit nem Einkaufswagerl rein und rausfahren, waehrend du hinten ne Leiter zum ein und aussteigen brauchst.

Auf unserem letzten wars auch so, dass ich vorne etwa 50cm runtersteigen musste. Vom badesteg aber der ja etwa auf WL Niveau ist, waere ich nicht raufgekommen. Bei grossen Booten ist mir das voellig klar, aber es legt sich ja echt jeder Fliegenfurz so hin. Und rempelt dabei ein bisschen rum.

Veruda, mein Gott, da brauch ich mit meinem Boot so oder so Seil und Kletterhaken
Drum lieg ich eher drueben in der Bunarina...

Scheint dann aber was die kleinen boote betrifft, einfach der Herdentrieb zu sein? So ne Mischung aus Brauchtum, Aberglaube und Nachahmungstaeter?

cu
martin
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  #6  
Alt 23.12.2004, 11:17
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Ich würde lieber mit Bug anlegen aber aus einem anderen Grund
Wenn ich bei einem Bier sitze möchte ich nicht immer beobachtet werden Wenn ich mit dem Bug zur Mole stehen könnte wäre meine Veranda so schön unbeobachtet, so aber sitze ich in der Auslage.
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  #7  
Alt 24.12.2004, 09:57
rotbart
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Zitat:
Zitat von Herbert
Ich würde lieber mit Bug anlegen aber aus einem anderen Grund
Wenn ich bei einem Bier sitze möchte ich nicht immer beobachtet werden Wenn ich mit dem Bug zur Mole stehen könnte wäre meine Veranda so schön unbeobachtet, so aber sitze ich in der Auslage.
Das ist doch gerade der WITZ dabei stell Dir vor 25 m Ycht rückwärts in Saint Tropez Innenstadthafen, Veranda dezent beleuchtet, gewienertes Teakdeck und der Butler serviert den Champus - da kommt (a) urlaubsfeeling und (b) die kleinen Grupies
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  #8  
Alt 24.12.2004, 10:01
rotbart
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Zitat:
Zitat von dodl
Morgen,

Warum macht eigentlich jeder mit dem Heck zur Mole fest??
Das seh ich ein, wenns um ein grosses Boot mit Gangway geht, aber gerade bei kleinen Booten machts doch keinen Sinn?
cu
martin
Das kommt davon,
das VORN (Bug) der Anker liegt und
das ein Boot das vorn an einem und hinten an zwei Punkten fest ist ruhiger liegt
das die etwaigen wellen (normalerweise) nicht vom Kai kommen sondern vom Wasser aus und das vorn (bug) die kleinste Angriffsfläche ist.
das das die sicherste Möglichkeit ist unter Segeln (ohne Motor) anzulegen
und last but not least segelschiffe älter sind als MoBo, das Manöver also schon erfunden war.
------------------------------------------
Als das gilt für Yachten, bei Schlauchis.............
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  #9  
Alt 24.12.2004, 16:33
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Zitat:
Zitat von rotbart
Das ist doch gerade der WITZ dabei stell Dir vor 25 m Ycht rückwärts in Saint Tropez Innenstadthafen, Veranda dezent beleuchtet, gewienertes Teakdeck und der Butler serviert den Champus - da kommt (a) urlaubsfeeling und (b) die kleinen Grupies
Da bin ich anderer Meinung.
Ich könnte zwar so tun ob das mein Schiff wäre aber das liegt mir nicht.
Stehe lieber auf der Insel Goli und sauf mit den Einheimischen ein Bier.
Ich gehöre auch nicht zu den Skippern die immer so schiffig rumlaufen, aber das soll jeder halten wie er will.
Gruß
herbert
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