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Aussenbordmotoren Alles zum Thema Motoren, egal ob 2 oder 4-Takt

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  #1  
Alt 23.01.2009, 23:37
Benutzerbild von Dieter B.
Dieter B. Dieter B. ist offline
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Standard Choke - Starterklappe

Warum fragt sich manch Außenbordmotor-Besitzer muss oder soll ich eigentlich bei kaltem Motor den Choke ziehen vor dem Starten. Das betrifft zwar auch die E-Startmodelle aber natürlich nur die mit manuellem Choke.

Und warum den Choke eben nicht ziehen, wenn der Motor warm ist?

Das weiß jeder, nur warum das so ist, möchte (versuche) ich euch mal zu erklären:

Zunächst einmal möchte ich mal wieder Wikipedia bemühen:

>>Eine Starterklappe (auch Choke) ist ein Bauteil bei Vergasermotoren, das eine gezielte Begrenzung der in den Vergaser einströmenden Luft ermöglicht.
Weil sich in einem kalten Motor ein großer Teil des sich in der Ansaugluft befindenden Kraftstoffes im Ansaugtrakt und an der Zylinderwand niederschlägt, wird beim Kaltstart der Kraftstoffanteil im Gemisch erhöht. Man spricht von Anreicherung oder Anfettung des Gemischs.
Erzielt wird das durch eine weitere Begrenzung der in den Vergaser einströmenden Luft mithilfe einer verstellbaren Starterklappe. Diese befindet sich vor den Düsen meist direkt am Anfang des Vergasers und weist am Rand eine oder zwei Einkerbungen auf. Da sich die Kraftstoffaustrittsöffnung der Hauptdüse zwischen Starterklappe und Drosselklappe befindet, strömt wegen des leicht erhöhten Unterdrucks vor der Drosselklappe etwas mehr Treibstoff in den Luftstrom. Bildlich betrachtet schnürt man dem Motor mit dieser Klappe die Luftzufuhr teilweise ab, daher auch die englische Bezeichnung Choke (ʧoʊk von engl. to choke ersticken, erwürgen).<<

Man unterscheidet 3 Arten von Starterklappen:
1.Manueller Choke:

Dabei wird die Starterklappe über einen Knopf im Fahrzeug per Bowdenzug von Hand bedient. Vor dem Startvorgang ist der Knopf ganz herauszuziehen, dann wird der Motor gestartet, und nach einer kurzen Warmlaufphase der Knopf wieder hinein geschoben.

2.Halbautomatischer Choke (Startautomatik)

3.Vollautomatischen Choke

In diesem Bericht geht es ausschließlich um die Funktion des manuellen Choke.

Hier eine schematische Darstellung der Funktion eines Vergasers:


((Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren.))

So, und davor, von mir so primitiv davor gesetzt, sitzt die Starterklappe, der Choke.

Das sieht bei einem Außenbordmotor dann so aus:


Hier ist Schärfe auf die Drosselklappe im Hintergrund hinter der konischen Verengung gerichtet. Im Vordergrund die offene Starterklappe (Choke).
Die Drosselklappe ist geschlossen. Warum? Das haben wir hier schon mal besprochen. Die moderneren größeren Motore lassen sich kalt, ohne dass der Motor läuft, nicht über eben mehr als Standgas an der Pinne bzw. an der Fernschaltungsbox öffnen und bei laufendem Motor eben auch nicht bei eingelegtem Rückwärtsgang.


Hier ist die Schärfe auf der offenen Starterklappe.
So sieht es eigentlich bei jeden Außenbordmotor-Vergaser aus, wenn der der Luftströmungsdämpfer nicht davorsitzt und die Starterklappe nicht gezogen ist.

Und nun bei voll gezogenen Coke:


Der "Coke" so sagt man ja zu dem Knopf unten im Bild ist ganz gezogen und die Starterklappe ist geschlossen.

Jetzt ist der Motor "zugewürgt". Es kommt kaum noch Luft durch und ein KALTER Motor wird so angezogen. Aber, wenn er nicht gleich anspringt, nicht immer und immer wieder versuchen, sonst saugt der Motor soviel Krafstoff aus dem Vergaser, dass das Gemisch nicht zündet, weil das Gemisch zu fett ist ( Ihr wisst ja Zündgrenzen von Benzin: 1,0 bis 7,6 Vol%. Darunter ist es zu mager und darüber zu fett)) und (oder) die Zündkerzen total "abgesoffen" sind und nicht oder kaum mehr zünden.

Aus der Praxis: (Wie früher beim Motorradfahren; einmal kicken ohne Zündung ). Ein- zwei Mal ziehen und danach den Hebel mindesten bis zur Hälfte wieder rein schieben.
Da reagiert eigenartiger Weise nahezu jeder Motor unterschiedlich. Auch hinsichtlich der Umgebungstemperatur. Das muss man sich an seinem Motor "erarbeiten". Und trotzdem gibt es "leichte" und "schwere" Kaltstart-Anspringer und Warmstart-Anspringer.

Ist der Hebel etwa rein geschoben, sieht es innen so aus:


Jetzt kann Luft in die Verbrennungsräume dringen. Sie fließt immer noch nicht ungehindert, aber deutlich besser.

Ist der Motor betriebswarm oder nach einer Pause noch warm und ist es auch draußen sommerlich, beim Starten überhaupt keinen Choke ziehen!
Das müsste jetzt klar geworden sein??

Wie sieht es nun eigentlich vor dem Vergaser aus?

So! Das Ding vor dem Vergaser soll beim AB lediglich das Ansaug- bzw. Durchströmgeräusch der Luft dämpfen. Ein Filter ist schon seit Jahren nicht mehr eingebaut.

Dieses Ding braucht eigentlich nie abgenommen zu werden. Ich hatte allerdings vor Jahren mal vergessen, die Belüftungsschraube vom Tank zu öffnen und auf der halben Strecke zwischen Elbe und Buxtehude, richtig schön in der Strömung der Este, blieb der Yamaha 15 stehen und - um es kurz zu machen - sprang nicht ums Verrecken wieder an. Dann kam ein Bootsfreund längsseits und gab mir eine Sprayflasche Startpilot. Rums, war der Motor wieder da. Seit der Zeit habe ich selbst so eine Spraydose dabei. In DK sprang auch mal mein 35 PS Mercury an der Bootsrampe nicht ums Verrecken an. Viel zu spät kam mir in den Sinn, dass ich ja noch die Spaydose und zack, war der Motor da. Ich sags aber deutlich, es ist ein Notbehelf, weil der Motor im ersten Moment kein Öl bekommt.


Das Abschrauben ist nun wirklich bei jedem Motor bzw. Hersteller unterschiedlich. Bei meinem Motor muss ich mit einem T-Schlüssel und einer 10mm Schlüsselweite zwei Schrauben lösen.

Dann hat man das Ding.....

.....in der Hand.

Mit freundlichen Grüßen Dieter, der, der auch schon viele Hundert Meter Leine aus dem Reversierstarter gezogen hat.
Auch dabei wichtig,und es steht in der jeder Bedienungsanleitung:
Den Handgriff der Leine ganz kurz locker anziehen bis im Revesierstarter die Schwingmetalle rausschlagen und im Schwungrad arretieren. Das ist der Moment, wo es schwer wird .
Dann bei kleinen Motoren locker im Sitzen rausziehen.
Bei größeren Motoren aufstehen, konzentrieren, Luft anhalten, Backen - also Wangen - aufblähen und mit hochrotem Kopf so lange immer wieder - wie vorher beschrieben - ziehen, bis er anspringt. .
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Gruß Dieter, der, der mit seiner Koreapelle absolut glücklich ist!



Geändert von Dieter B. (23.01.2009 um 23:46 Uhr)
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  #2  
Alt 24.01.2009, 00:48
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Standard Ich habe noch was vergessen:

Der Chokezug sollte immer relativ schwer gehen, damit die Starterklappe sich beim Starten des Motors nicht wieder teilweise selbstständig öffnet.

Bei meinem Motor befindet sich dafür am Gelenk Chokezug / Steuerstange zur Starterklappe eine selbst sichernde Gewindemutter.

Die habe ich mit einem Werkzeug schwer gängig, ABER NICHT FEST, eingestellt:





Müsst ihr ggf. mal schauen, das wird auch bei jedem Hersteller anders sein.

Dieter
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  #3  
Alt 24.01.2009, 08:01
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  #4  
Alt 24.01.2009, 10:32
Mc Fly
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Daumen hoch

Sag mal Dieter, willst du nicht mal ein Buch über Aussenborder + Schlauchboote schreiben? Ich würds kaufen!
Immerhin machst du dir ja ne ganze Menge Arbeit damit
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  #5  
Alt 24.01.2009, 10:37
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Es war der letzte Beitrag dieser Art Nils

Gruß Dieter
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  #6  
Alt 24.01.2009, 14:56
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Hallo,
Dieter,na dann:

Sehr gute Fachliteratur hast du erstellt,Alles leicht verständlich,gute Bilder und wirklich als do-it-yourself Anleitung benutzbar.

Hervorragende Arbeit!
__________________
Schöne Grüße, Bernd

reden ist schweigen-----Silber ist Gold
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  #7  
Alt 28.03.2010, 15:29
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Hallo Dieter,
beide haben recht, deine Beiträge machen richtig Spass da man"N" es schnallt und anwenden kann, und... würdest du ein Buch schreiben würde ich es auch kaufen.

*GRINS*
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Dieter B. (28.03.2010)
  #8  
Alt 01.04.2010, 11:37
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Dieter,

ich kann mich dem Lob meiner Vorredner- ähh, --poster nur anschließen.

Interessant ist, dass- natürlich- Johnson/Evinrude bei einer Anzahl Motoren in den 70ern und 80ern elektrisch betätigte, automatische Chokes hatten.
__________________
Gruß Thorsten.
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