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Alt 28.02.2006, 13:36
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Zitat:
Zitat von Andreas P.
Bei genauerer Betrachtung, ist das eigentlich gar kein anderes, trauriges Thema,sondern genau das , was du in deinem ersten Beitrag zu diesem Thread, für den ich dir übrigens ein grosses Kompliment machen möchte,
eigentlich zum Ausdruck gebracht hast : das Kaufverhalten der -Geiz-ist-geil-Kunden-Gesellschaft.
Es zählen keine Eigenschaften, wie z. B. Wertbeständigkeit, Nuzungsdauer, Nutzwert eines Objekts, ect. ect., nur noch eins ist angesagt:
wie billig konnte ich dieses Teil neu einkaufen ? !
Hauptsache ich habe nicht "zuviel" oder gar mehr wie mein Nachbar bezahlt : Dieser Idiot hat doch tatsächlich für Fachberatung und ein Markenprodukt 3,50 € mehr bezahlt ! Das der am Ende weniger verliert, ist dabei wurscht, Hauptsache ich kann damit angeben, wenig bezahlt und 'nen € gespart zu haben.......

Das Wort Schlauchboot im ersten Beitrag ist übrigens austauschbar mit anderen Produkten aus vielen anderen Branchen.

Und Diejenigen, die hier und da lauthals den Niedergang vieler deutscher
mittelständischer Firmen bedauern, sind sehr oft die ersten, die im Netz
am aktivsten nach alternativen Bezugsquellen nach dem Motto : wo krieg ich das gesuchte Teil am billigsten - suchen.

Womit wir bei der Frage sind: warum gönnen wir uns nicht gegenseitig das
grosse Auto, das teure Motorrad oder das große Schlauchboot mit Doppelmotor ?
Nein, nein, lieber lasse ich meine Kohle dem unbekannten Grosskonzern/Importeur aus Fernost zukommen als meinem Fachhändler um die Ecke das Auto/Boot oder Motorrad zu sponsern/gönnen, denn den kenne ich ja und was ich dem über den Ladentisch schiebe, das steckt der sich ja sowieso direkt in die Tasche.
( natürlich ohne Mwst.abzuführen, Ladenmiete, Distributionskosten, Einkaufspreise, Steuern, ect.,ect., zu zahlen, das darf der alles einfach so behalten, logo )

Es scheint eine Frage der ( gerade der deutschen ) Mentalität und des Neides in unserer Gesellschaft zu sein.

Sollte dieses Credo, nur das billigste Produkt einer Kategorie sei kaufenswert,
weiterhin Bestand haben in unserer Gesellschaft, dann werden wir demnächst tatsächlich alles "Made in fuckin` China Produkte kaufen.
Und hier sind wir dann nach der Mentalitätsfrage bei der Politik gelandet. Ich schliesse mich deiner Hoffnung nach baldiger kapitalistischer Unterwanderung dieses Riesenstaates an. Denn die USA werden alsbald, und zwar von heut' auf morgen, effektive Handelsbarrieren einrichten, währenddessen wir im uneinigen Europäischen-Poliktiker-Länder-Abstimmungs-Bürokratismus von Billigprodukten ( an denen schlussendlich nur ein einziger Importeur verdient ) überschwemmt werden. Leider wird dies aufgrund der Bevölerungszahl und der sprichwörtlichen Genügsamkeit dieser Menschen mit einer handvoll Reis leider noch lange dauern.

Wer erklärt mir mal, wie in einem Land in dem keine Produktion mehr stattfindet, das Bruttosozialprodukt erbracht wird ?
Ach ja : das geflügelte Wort unserer Politiker : Dienstleistungsberufe sind
die Zukunft. Und wer erklärt mir nun wie diese Dienstleisungen von arbeitslosen deutschen super ausgebildeten Facharbeitern oder studierten Dipl. Ing. s im Taxiberuf bezahlt werden sollen ?

Viel zu viele Fragen, denken wir lieber an Sommer, Sonne und Kroatien......

Bis bald

Gruss

Andreas P.

Hallo Andreas,

Wasser auf meine Mühlen!!! Hätte ich das geschrieben, hätte es wieder geheissen, ich jammere nur rum!

Aber es ist genauso, wie Du es beschreibst. Neid, Geiz und Abgunst vielerorts. Deshalb habe ich mich auch aus dem offiziellen Gebrauchtgeschäft verabschiedet. Die Leute ertragen die Vorstellung nicht, das Du an einer Sache etwas verdienst, einfach, weil Du vielleicht durch Glück oder auch ein wenig mehr Marktkenntnis/ Knowhow eine Sache günstiger erstanden hast, wie sie selber das könnten. Ich könnte aus dem letzten Jahr genug Beispiele für dieses Verhalten nennen.
Es wird nur gebraucht "von privat" gekauft, weil man sich so in der Vorstellung suhlen kann, das der arme Verkäufer ja einen ordentlichen Verlust gemacht hat- eben er und nicht wir! Was für ein Schwachsinn.
Bietest Du neue Waren an, redet über Deinen Profit kein Mensch, da ist das alles in Ordnung- weil "irgendwo von muß der arme Händler ja auch leben". Der Treppenwitz daran ist, das man von Neuwaren in jeder Beziehung wesentlich weniger Arbeit hat, als von gebrauchten Sachen. Vom Nerv NACH dem Verkauf mal gar nicht zu reden. Aber sei`s drum, ich jedenfalls habe meine Konsequenzen gezogen.

Trotzdem finde ich es zur Abwechslung mal Klasse, das auch andere Leute auf die gleichen Schlußfolgerungen gekommen sind!

Noch ein Wort zur Dienstleistungsgesellschaft:

Wir setzen uns einfach im Kreis und schneiden uns alle gegenseitig die Haare, schon läuft der Laden wieder rund..... oder etwa nicht?
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