Zitat:
Zitat von mini
Ich versteh immer noch nicht wieso die Haftpflichtversicherung bei Booten nicht genauso Pflicht wie beim Auto ist.
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Moin Christian,
hier mal ein kurzer Denkansatz dazu.
Schau doch bitte mal was vorne auf Deinem Bootsführerschein drauf steht.



Dort steht ja nun dick und fett
Sportbootführerschein
und im Detail noch "Internationales Zertifikat zum Führen von
Sport- und
Freizeitfahrzeugen."
Bei gewerblich genutzten Booten und großen (gefährlichen) Schiffen gibt es hingegen ja nicht nur die Pflicht zur Haftpflicht sondern auch noch unzählige andere gesetzliche Auflagen.
(Ähnlich Zulassungsstellen und TÜV beim PKW welche laut Gesetzgeber als (lebens-)gefährlich für die Allgemeinheit gelten)
Nun eine Gegenfrage...
Wieso muss nicht jeder der als Fußgänger oder als Fahrradfahrer am Straßenverkehr teilnimmt eine Haftpflichtversicherung haben?
Oder noch anders gefragt, wieso muss man als Privatperson beim ausüben von
unzähligen Sportarten in seiner Freizeit keine Haftpflichtversicherung haben?
Vereinfacht gesagt greift der Gesetzgeber immer nur ein und erläßt Auflagen
wenn etwas gefährliches für das Allgemeinwohl (oder unbeteiligte/ungeschützte Personen) passieren könnte.
Oder jemand mit etwas Geld verdient (Gewerblich) was für den Kunden/Nutzer, seine Angestellten oder die Umwelt gefährlich seien könnte.
Alles was private Gefahren und Schäden und die Spielregeln (Gesetze) dafür angeht hält sich der Gesetzgeber ansonsten weites gehend raus und reguliert nur wenn sich Gefahren irgendwo zu sehr häufen. (Gott sei Dank.

Sonst müsste man bald wohl och noch´n Tischtennisführerschein machen und regelmäßig TÜV für seine Tischtennis-Kelle.


)
Historisch war das im privatem Wassersport ja auch mal so das es früher noch gar keine gesetzlichen Vorschriften für einen Sportboot-Führerschein gab.
Wenn man die Unfallzahlen im Jahr auf den Wasserstraßen in D mit dem des Straßenverkehrs vergleicht wird recht bald klar wieso hier der Gesetzgeber noch nicht weiter reguliert hat/musste.
Die Unfallzahlen im Jahr auf allen Wasserstraßen in D belaufen sich regelmäßig im zwei bis dreistelligem Bereich... Davon noch viel weniger überhaupt mit Personenschäden und die Todesfälle davon zum Glück maximal nur im ein bis zweistelligem Bereich.

Diese sehr geringen Jahres-Unfallzahlen im Wassersport knackt der Straßenverkehr hingeben wohl locker an nur einem Tag des Jahres...
Was ja so gesehen (die ungleichen täglichen "Teilnehmerzahlen", Geschwindigkeiten und Platzverhältnisse mal dabei außer Acht gelassen) ja für die Vorsicht und Vernunft der Wassersportler in der Praxis spricht.

Ob es Vernünftig ist auch ohne Pflicht dazu trotzdem eine Haftpflicht bei Wassersport abzuschließen ist ja eine andere Frage...


Ich hoffe Du kannst nun aber etwas mehr nachvollziehen warum es diese Pflicht vom Gesetzgeber aus bisher noch nicht gibt.