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surfmütze 21.06.2006 16:32

Scherstift Material???
 
Hallo Leute, ich bin noch jung hier (leider nur hier! :wein ) und bräuchte da mal ein Problem von euch. Ich habe am Wochenende meine erste Tour gemacht....
Was passiert natürlich zwangsläufig, da man ja noch keine Ahnung von Außenbordern hat? RICHTIG, der Scherstift gibt den Geist auf. :motz4 Gott sei Dank nur 300m von der Anlegestelle weg beim (immerhin) 3. Ablegen. Ich habe einen Johnson Seahorse 4, Baujahr ´84. Der Stift ist 1/8" x 1". Habe unseren örtlichen Händler aufgesucht, der hatte aber nur 3,1 mm von Yamaha vorrätig. Gekauft, getestet, fällt durch, nicht brauchbar. Der andere Händler meldet sich nicht :stupid , jetzt scheiß ich drauf und mach den selbst! :chapeau Weiß jemand aus welchem Werkstoff der Kram ist??? Die Aussage z.B. bei Watski ist nur R=rostfrei. Eine Bezeichnung wie z.B. 1.4301 oder 15CrMoXYZ wäre mir an dem Punkt viiiieeeel lieber. Danke im Voraus. Mast und Schotbruch, Gruß Markus

Ferdi 21.06.2006 18:56

auf jeden Fall keinen Stahlstift nehmen.
Das ist irgendein Buntmetall.
Am besten Du kaufst Dir beim Metallwarenhändler eine Stange Messingdraht oder wie das heisst in der benötigten Stärke, kostet das gleiche, wie 1 Stift aus dem Ersatzteillager des Herstellers, und Du bekommst 20 oder mehr Scherstifte daraus. Ich hab das damals bei meinem Tomos 4PS auch so gemacht. War auch chancenlos, eine Scherstift irgendwo herzubekommen.
Aber wie gesagt, kein Stahl, das erfüllt die Scherfunktion nicht so gut.

goeberl 21.06.2006 19:09

hi markus!
willkommen hier im forum! freut mich, noch einen semperit-veteranen hier zu haben.
lg martin

wusel666 21.06.2006 20:42

Hallo Markus,

auf Grund der vollkommen anderen Zugfestigkeiten von nichtrostenden oder hochlegierten Stählen im Vergleich zu anderen Werkstoffen solltest du diese nicht einfach mit dem Originalen austauschen.

Die Durchmesser der Scherstifte in Kombination mit der Zugefestigkeit (also Material) sind auf das max. Drehmoment angepasst, welches nocht nicht zu einer Zerstörung der Welle oder ähnliches führen kann.

Entweder Automatenstahl (9MnPb...) oder 'normale' Rundstäbe oder wie von Ferdi vorgeschlagen Buntmetall (Messing o.ä.) ist empfehlenswert, wenn du nicht weist, aus welchem Material der Originale ist.

Lieber zu früh als zu spät abgeschert

1/8" = 3,175mm -> 3,1 ist logischerweise zu klein

Ansonsten ein Willkommen :biere

surfmütze 22.06.2006 14:18

Dazu hab ich auch was....
 
Ich habe da im Internet die Info gefunden, wie du gesagt hast, Automatenstahl 9SMnPb28 würde oft genommen, der hätte ein Rm von 510 N/mm² (http://www.wer-weiss-was.de/theme60/...e1861351.html).
Ich kenne einen Dreher, dort hake ich mal nach, ansonsten wird´s halt Messing!

Danke für euere Gutheit.

Gruß an alle und besonders an die (dünn gesähten,wie ich glaube) Semperit-Opa-Fahrer.

Mal schauen, vielleicht hab ich bis nächste Woche den Evinrude 35 HP fertig, dann hab ich ja auch mal Ersatz :mobo .

dodl 22.06.2006 23:40

Kurze Zwischenfrage - wo und was ist der Scherstift??
Ich dachte den Job macht der clutch dog?
Muss ich mich jetzt um so ein Stiftl auch noch kuemmern...ich find da nix auf meinem mariner.

cu
martin

goeberl 23.06.2006 00:08

die scherstifte sind eher bei älteren motoren. ich glaub, bei welchen mit auspuff durch den propeller gibts sowas nimma.
lg martin

surfmütze 24.06.2006 00:03

Hab mich mal umgeschaut im I-Net
 
Stellt euch vor, ich habe sogar was viel gefunden!!!!

Also zuerst das Drehmoment berechnet M= Leistung in kW / U/min(natürlich bei Maxleistung) / 9,55 (da rad/s, da Winkelgeschwindigkeit), bei mir: 2400 Nm/s (Nm/s entspricht W) / 4500 / 9,55 = 5,09 Nm (ist das max Drehmoment)!!

Danach die Kraft an der Welle: F1 x l1 = F2 x l2 (Physik, ihr erinnert euch Kraft x Kraftarm = Last x Lastarm) => F2 = F1 x l1 / l2, bei mir 5,09 N x 1000 mm / 5,4 mm (5,4 mm = Durchmesser halbe = Radius) = 942,6 N (das ist die Kraft an der Welle am Punkt des Außendurchmessers 10,8 mm)!!

Dann Scherkraft (man entsinne sich N/mm²):
Tab (eingentlich Tau_ab) = F2 (942,6 N) / (Splintfläche, da mm²), bei mir:
Tab = 942,6 / (3,2mm x 3,2 mm x 3,1415927 (Phi) / 4) = 117,2 N/mm²

Schließlich die Zugkraft (wird oft in Datenblättern angegeben).
Bei wechselnder Belastung: Tab(ab = abscheren) = Rm (das ist diese Zugkraft) x 0,15 (nur bei schwellender Belastung!) => bei mir heißt das:
Rm = Tab / 0,15 = 117,2 N/mm² / 0,15 = 781,33 N/mm²

Bei statischer Belastung x 0,2 ergibt 586 N/mm²
Irgendwo dazwischen wird es jetzt liegen!!!!

Zum Vergleich: Messing für Rundmaterial hat ca. 435 N/mm².

Also mal umgeschaut nach den bescheidenen 1/8" = 3,175 mm des Splintes!?!?

Gefunden: Aha, Schweißstäbe haben 3,2 mm UND auch ein Datenblatt in dem die Zugkraft aufgeführt ist, wie praktisch!!!

Ich werde als erstes mal die "Phoenix Grün T" mit 510 N/mm² (entspricht auch Automatenstahl, siehe Antwort vorher) ausprobieren und schaffe mich dann langsam zu den Edelstahl-Elektroden z.B. "Böhler Fox A7" mit 660 N/mm² hoch.

Ich halt euch auf dem Laufenden und hoffe dem einen oder anderen haben meine Erkenntnisse geholfen, die Welt besser zu verstehen!

P.S.: Ich hätte da noch eine Variante über den Stiftdurchmesser (in der regel bei Messing: 4 mm) und den Werkstoff (Messing = 435 N/mm²) in petto falls mir jemand nicht glaubt :schlaum

Nu ja, was soll ich sagen? Ihr habt mich offensichtlich zum Denken angeregt, dafür danke ich euch.

Bis dann, zu meiner nächsten Spezialfrage (eventuell Pattexentfernung auf Hypalon? Neee, Quatsch, hab ich schon gemacht, geht prima mit Aceton, greift auch das Hypalon nicht an bei Kurzzeitkontakt! Auch über I-Net rausgefunden, da Hypalon auch als CSM = Chlorsulfonyl-Polyäthylen-Kautschuk gehandelt wird, und Kleber acetonlöslich ist. :zwinkern )

Gruß, der "Semperit-Opa".

Ferdi 24.06.2006 10:00

Hallo Sürfmütze,

ich glaub, Du hast da einen kleinen Denkfehler in Deiner Berechnung des Drehmoments :17 . Wenn nicht, dann sorry :biere .

Also, mit Drehzahl ist sicherlich nicht die Motordrehzahl gemeint, sondern die Drehzahl des Propellers, und diese ist, wegen der Über/Untersetzung des Antriebsstranges samt Getriebe meistens ca. die halbe Drehzahl des Motors (als Faustregel. Die Übersetzung schwankt bei AB meist zw. 1: 1,7 bis 1: 2,2 .
Ausreisser sind natürlich möglich).
Wie gesagt, ich seh in Deiner Rechnung die 4500 (Drehzahl, oder ? ), und das ist die Motordrehzahl, nicht die Prop-Drehzahl.

surfmütze 24.06.2006 13:41

Guter Einwand, Kollege!
 
Danke, Ferdi!

Ist wahrscheinlich auch so. Ich hab nicht richtig hingekuckt.
Bei mir steht nämlich Leistung an der Propellerwelle und daher bin ich auch bei der Drehzahl von der an der Welle ausgegangen. Das kann aber schlecht sein, da der Motor bei einer Übersetzung von 12:25 = 1:2,0833333 ja über 9000 1/min drehen müßte. Weiter unten steht auch in den Papieren Vollgas-Drehzahlbereich 4000 bis 5000 1/min.

Danke für den Einwand, ich rechne mir das nochmal nach.

Aber davon abgesehen: Messing hat einen Rm von 435 N/mm² und meine schwächste Schweißelektrode 510 N/mm² ! ! Damit liege ich gerade mal bei 117%. Ich denke das ist ohne weiteres vertretbar.

Gruß

Mütze

surfmütze 24.06.2006 14:02

Nachgerechnet ! !
 
Zitat:

Zitat von surfmütze
Korrektur nach Ferdi´s Einwand!

Drehmoment M= Leistung in kW / U/min(natürlich bei Maxleistung,siehe Ferdi´s Einwand:AN DER WELLE) / 9,55 (da rad/s, da Winkelgeschwindigkeit), bei mir: 2400 Nm/s (Nm/s entspricht W) / (4500 / 2,083333 (siehe Einwand Ferdi) / 9,55) = 10,611111 Nm (ist das max Drehmoment)!!

Danach die Kraft an der Welle: F1 x l1 = F2 x l2 (Physik, ihr erinnert euch Kraft x Kraftarm = Last x Lastarm) => F2 = F1 x l1 / l2, bei mir 10,611111 N x 1000 mm / 5,4 mm (5,4 mm = Durchmesser halbe = Radius) = 1965 N (das ist die Kraft an der Welle am Punkt des Außendurchmessers 10,8 mm)!!

Dann Scherkraft (man entsinne sich N/mm²):
Tab (eingentlich Tau_ab) = F2 (1965 N) / (Splintfläche, da mm²), bei mir:
Tab = 942,6 / (3,2mm x 3,2 mm x 3,1415927 (Phi) / 4) = 244,33 N/mm²

Schließlich die Zugkraft (wird oft in Datenblättern angegeben).
Bei wechselnder Belastung: Tab(ab = abscheren) = Rm (das ist diese Zugkraft) x 0,15 (nur bei schwellender Belastung!) => bei mir heißt das:
Rm = Tab / 0,15 = 244,33 N/mm² / 0,15 = 1628,8 N/mm²

Bei statischer Belastung x 0,2 ergibt 1221,6 N/mm²

Nee,nee du, das ist was viel für nur einen Stift!

Da fällt mir auf: Mein Stift hat ja 2 Enden, also verteilt sich die Kraft ja auf die doppelte Fläche!!

Also teieln wir doch einfach mal alles nochmal durch 2: Ergibt schwellend 814,4 N/mm² und statisch 610,8 N/mm².

Na ja, vielleicht totgerechnet? Ich denke ich liege trotzdem nicht sehr viel daneben.

Ich fange einfach mit den weichesten Elektroden an, siehe vorheriges Posting.
Mit 17% Fehler kann ich gut leben!

Nochmal Danke an Ferdi, gut aufgepasst.

Gruß, der "Semperit-Opa".

Nochmal nachgerechnet, steht im Zitat!

Gruß

Mütze

ghaffy 24.06.2006 15:07

Hallo Surfmütze!

Ich hab einen Evinrude 4PS Bj77.

Falls der irgendwie baugleich sein sollte mit deinem Seahorse 4: bei mir ist das so:

Schraube ist aus Plastik mit einer "Gummi-Verzahnung", die auf einen Plasitk-Mitnehmer aufgesteckt und mit einem Splint gesichert wird. Der Plastik-Mitnehmer ist mittels Scherstift mit der PropWelle gekoppelt.

Bei mir ist der Originalstift aus INOX, die Festigkeit IMHO ist nicht besonders wichtig bei meinem Motor, da die Plastik-Schraube, der Plasitk-Mitnehmer und die "Gummiverzahnung" im Falle einer Grundberührung Energie aufnehmen. Dennoch: der Scherstift, der ca. 3 mm im Durchmesser und ca. 30mm lang ist (ich habe den Motor jetzt nicht da, um es genau nachzumessen), hat in der Mitte eine Soll-Bruchstelle: der Stift ist in der Mitte auf ca. die Hälfte abgefräst.

Ab gesehen davon, dass Berechnungen natürlich Spass machen, halte ich den Festigkeitswert des Scherstifts für unkritisch.


Gruss
Andreas

PS @Ferdi:

Hast du irgendeine Idee, wie ich diesen Evinrude 4 auf 6 oder 8 PS bekommen könnte? :lachen :lachen :lachen :lachen

Gruss
Andreas

goeberl 24.06.2006 18:30

Zitat:

Zitat von ghaffy
PS @Ferdi:

Hast du irgendeine Idee, wie ich diesen Evinrude 4 auf 6 oder 8 PS bekommen könnte? :lachen :lachen :lachen :lachen

andreas, die frage ist völlig unbedeutend, da du mit den 4ps sowieso problemlos ins gleiten kommst.
warum immer alle rennboote wollen?
:futschlac :futschlac :futschlac
lg martin

surfmütze 25.06.2006 00:55

Zitat:

Zitat von ghaffy
Soll-Bruchstelle: der Stift ist in der Mitte auf ca. die Hälfte abgefräst.

Hast du irgendeine Idee, wie ich diesen Evinrude 4 auf 6 oder 8 PS bekommen könnte?

Zu 1.) Was soll das bringen, wenn der Stift, wie bei mir, stramm in der Welle sitzt? Da nimmt doch der Rest des Stiftes soviel Energie auf dass die Sollbruchstelle ihre Wirkung komplett verliert. Meine Scherstifte bzw. bis jetzt ein Scherstift, schert am Außendurchmesser ab, nicht mitten in der Welle! :nixweiss

Zu 2.) War zwar nicht für mich, aber ich gebe mal trotzdem Antwort. Du weißt aber dass spätestens ab 5 PS Führerscheinpflicht angesagt ist? :schlaum Ich habe den SBF Binnen seit einem Jahr und noch einen 35 PS Evinrude in petto. Ich hab auch schon eine Überführungsfahrt für ein 14,5 x 4,1 m Hausboot gemacht. :mobo Du machst dich strafbar, wenn du den frisierst und hast keinen SBF Binnen oder See (je nach Nutzungsart). :sportschi Ansonsten würde ich empfehlen: Machs wie ich einfach im I-Net umschauen (Englisch sollte allerdings dann kein Problem sein, ich habe auch nach "shear pin" und "material" und "outboard" gesucht). :coffe

:schlaum Schau dich doch mal in den gängigen Kaufbörsen um, vielleicht findest du einen passablen für kleines Geld. :hail

Gruß

Mütze

Ferdi 25.06.2006 01:01

@Mütze,
nicht alles für bare Münze nehmen.
Das mit dem Scherstift hat Ghaffy schon ernst gemeint :chapeau , das mit dem Motor ist so ein Running Gag bei unseren Treffen :17 :lachen .


@Andreas - am besten kriegst den 4PS auf 8 PS, wenn'st Dir einen 2. Motor dazukaufst :lachen :biere . Wird zwar Dein Riesenschiff immer noch nicht ins Gleiten bringen (glaub da dem Göberl nix :lachen ), aber Du verbrauchst zumindest das doppelte :17 :biere


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