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Tommy 21.04.2014 20:00

Kleine Boote - große Navigation
 
Auf einem großen Boot mit geschlossenem Steuerhaus und Navigationsecke kann man leicht auch während einer Fahrt in Küstengewässern
mit der Seekarte arbeiten oder eine alternative Route in den (großen) Plotter eingeben. Bei den Bootsgrößen, mit denen wir hier im Forum
unterwegs sind, ist die gesamte Planung und Vorbereitung einer Tour eigentlich nur vor der Fahrt möglich. Dabei nutzen sicher die meisten
von uns ein GPS oder einen Plotter als Basis für die Navigation und für die Zielführung. Blöderweise reicht aber schon ein losgerüttelter
Stecker oder ein gebrochenes Kabel aus und das GPS ist komplett nutzlos…
Deshalb versuchen wir Touren so vorzubereiten, dass wir sie so sicher wie möglich vom Starthafen zum Zielhafen abfahren können und
zusätzlich noch einen Plan-B in der Hinterhand haben, falls das GPS Probleme macht.


http://up.picr.de/18039472az.jpg



Vorbereitung
Die Basis jeder Tourplanung sind aktuelle Karten. Für den Plotter haben wir eine Navionics-Karte, die regelmäßig aktualisiert wird. Dazu
kommt dann noch die entsprechende Seekarte des Reviers aus Papier. Speziell an der deutschen Nordseeküste muss man aber trotz
aktueller Karte bedenken, dass sich die Tiefenverhältnisse (und damit die Tonnenpositionen) schneller ändern, als sie jemand in den Karten
verbessern kann. Komplettiert wird alles durch einen Gezeitenkalender in Papierform.
Im ersten Schritt der Planung sammeln wir dann noch zusätzlich Infos über das Internet zu Start- und Zielhafen, kontaktieren Hafenmeister
wegen Sliprampe und Liegeplätzen und informieren uns über die Benzinversorgung. Entsprechende Infos für die deutsche Nordseeküste
findet man z.B. hier:
http://www.wattenschipper.de/index.htm
http://www.kuestenfahrer.de/

Die Planung der eigentlichen Route machen wir wegen der guten Übersicht mit Hilfe der Papierkarte und einer Navigations-Software auf dem
Rechner. Wenn es irgendwie geht, legen wir die Wegpunkte einer Route auf die Positionen von Tonnen. Ein Grund dafür ist, dass es
besonders bei Seegang viel einfacher ist, auf ein sichtbares Ziel zuzufahren als auf einen imaginären Wegpunkt im Wasser. Außerdem sind
Tonnen mit ihrer eindeutigen Kennzeichnung eine gute Kontrolle dafür, ob man tatsächlich auf dem gewünschten Kurs ist und ob die Anzeige
des Plotters mit der Realität übereinstimmt.


http://up.picr.de/18039483ml.jpg



Ganz nebenbei kann man in Gezeitenrevieren, wie der Nordsee, auch prima an den Tonnen ablesen, ob gerade auf- oder ablaufendes
Wasser ist, weil die Tonnen auf der angeströmten Seite eine „Bugwelle“ haben und sich oft auch in Strömungsrichtung neigen.


http://up.picr.de/18039480zl.jpg



Ein weiterer wichtiger Grund für Tonnen als Wegpunkte ist unser Plan-B für den Fall eines Totalausfalls von Plotter und GPS. Eine Tonne kann
man im Notfall auch per Kompass „finden“, einen imaginären Wegpunkt im Wasser dagegen nicht ohne exakt die gefahrene Distanz zu kennen.
Alle Wegpunkte, die wir im Plotter als Route speichern, notieren wir uns zusätzlich in einer Art „Maritimen Roadbook“. Neben den Koordinaten
aller Wegpunkte listen wir auch die Kennzeichnungen der Wegpunkt-Tonnen, die Kurse von Wegpunkt zu Wegpunkt sowie alle Distanzen von
Wegpunkt zu Wegpunkt auf. Für den Hinweg und noch einmal für den Rückweg.
Die Kartenarbeit zum Erstellen einer Wegpunktliste ist zwar etwas zeitaufwändig aber auf diese Weise beschäftigt man sich schon einmal
ausführlich mit dem Revier und mit der geplanten Route. So bekommt man ein Gefühl für die Entfernungen und sieht wichtige Dinge, wie
Untiefen, Verkehrstrennungsgebiete, Sperrgebiete oder Ausweichhäfen, was auf einem kleinen Plotter-Display deutlich schwieriger ist.




Unsere Navigationsausrüstung
- Mobiler Plotter „Geonav 4Gipsy“ (4 Zoll Display) Nutzung vorne und hinten möglich
- Fest verbautes GPS „Garmin GPS 152H“ ohne Kartenfunktion als Kurs- und Geschwindigkeitsanzeige sowie als Reserve-GPS
- Fest verbauter Kompass
- Gezeitenkalender
- Papierseekarten in wasserdichter Klarsichthülle
- Komplettes Navigationsbesteck
- „Maritimes Roadbook“ mit allen Wegpunkten, Kursen, Distanzen
- Hafeninfos, Kontaktdaten Hafenmeister
- Marine-Fernglas mit Kompass
- Peilkompass




Während der Fahrt
Die Platzverhältnisse auf unserem Boot sind nicht besonders üppig und auch unser Plotter ist ziemlich klein und das Display entsprechend schlecht
abzulesen. Besonders während der Fahrt.


http://up.picr.de/18039498ip.jpg



Deshalb hat es sich für unser Boot als sehr gute Lösung herausgestellt, dass Ute während der Fahrt die Navigation übernimmt. Entsprechend
ist der Plotter dann auch hinten montiert. So sagt Ute mir den Kurs an, den ich dann nach Kompass oder nach dem vorne verbauten GPS steuern
kann. Das Garmin ist deshalb so eingestellt, dass es nur vier Werte in sehr großer Größe anzeigt und so habe ich immer Geschwindigkeit, Kurs,
Tageskilometer und Uhrzeit im Blick.


http://up.picr.de/18039499lj.jpg



Unser Kompass ist eigentlich recht groß aber bei bewegtem Wasser sieht das mit der Ablesbarkeit dann schon wieder ganz anders aus. Und
auch die Kurs-Anzeige des GPS springt bei solchen Bedingungen schon mal um 5° auf und ab. Das muss man dann irgendwie für sich mitteln.
Falls die Übersicht auf dem kleinen Plotter-Display einmal nicht ausreicht, können wir jederzeit zur Papier-Seekarte greifen. Besonders bei
Ansteuerungen von Häfen bietet die Papierkarte gegenüber unserem kleinen Plotter-Display meist die wesentlich bessere Übersicht.




Plan-B
Für den Fall, dass unser Plotter ausfällt, haben wir zunächst noch unser Zweit-GPS. Auch wenn dieses keine Kartenansicht hat, kann man
Wegpunkte eingeben und sich den zu steuernden Kurs anzeigen lassen. Dafür ist es allerdings notwendig, dass man jederzeit weiß, auf welchen
Wegpunkt man gerade zufährt und dass man eine Liste aller Wegpunkte mit Koordinaten dabei hat, um das GPS dann damit zu füttern. Sollten
beide GPS-Geräte ausfallen, haben wir noch unsere Papier-Seekarte und das Navigationsbesteck. Da wir den zuletzt gesteuerten Kurs kennen,
könnten wir zunächst per Kompass bis zum nächsten Wegpunkt weiterfahren, der dann aber zwingend eine Tonne sein muss und nicht ein frei
gesetzter Punkt im Wasser. An der Tonne wären wir dann erst einmal „sicher“, weil wir genau wüssten, wo wir sind. Von dort könnten wir dann
mit Hilfe von Roadbook und Kompass zum nächsten Wegpunkt/Tonne fahren oder mit Hilfe der Seekarte und des Navigationsbestecks einen
alternativen Kurs festlegen, diesen in die Karte einzeichnen und per Kompass abfahren. Das Arbeiten mit der Seekarte müssten wir zwar kniend
auf dem winzigen Deck machen aber es würde grundsätzlich gehen und nur darauf kommt es in so einer Situation an.




Fazit
Klar ist unsere Art der Navigation recht (zeit)aufwändig und jemand der an der Küste lebt und dort alle Tonnen und Seehunde mit Vornamen
kennt, wird uns sicher dafür belächeln. Aber für uns ist es nur ein Hobby und es sind sehr wenige solcher Touren. Und weil wir nicht wegen eines
Navigationsfehlers auf einer Untiefe landen wollen oder mit leerem Tank einem 300 Meter Containerschiff vor den Bug treiben möchten, bleiben
wir für uns bei dieser Art der Vorbereitung und Navigation. Einfach, weil unsere Sicherheit uns das wert ist.


http://up.picr.de/18039511fv.jpg



Sicher gibt es auch noch andere Möglichkeiten, eine Tour vorzubereiten und auch die persönlichen Sicherheitsbedürfnisse sind vermutlich
sehr unterschiedlich. Deshalb:

- Wie bereitet ihr bezüglich der Navigation eine Tour in unbekannten Küstengewässern vor?
- Auf was achtet ihr bei der Planung?
- Welche Navigationsmittel nutzt ihr?
- Welche Sicherheiten baut ihr in eure Navigation ein?
- Habt ihr einen Plan-B?
.
.

brando 21.04.2014 20:19

Zitat:

Zitat von Tommy (Beitrag 369725)
Sicher gibt es auch noch andere Möglichkeiten, eine Tour vorzubereiten und auch die persönlichen Sicherheitsbedürfnisse sind vermutlich
sehr unterschiedlich. Deshalb:

- Wie bereitet ihr bezüglich der Navigation eine Tour in unbekannten Küstengewässern vor?
- Auf was achtet ihr bei der Planung?
- Welche Navigationsmittel nutzt ihr?
- Welche Sicherheiten baut ihr in eure Navigation ein?
- Habt ihr einen Plan-B?
.
.

Wenn wir alleine in fremden Gewässern unterwegs waren, haben wir auch immer die Vollausstattung dabei (2 Plotter, Kompass, Seekarten in Papierform, Revierführer in Buchform ).

Wir sind 2007 mal ohne Plan B in den kroatischen Sonnenuntergang in die Inselwelt der Kornaten gefahren und dann viel unsere Elektrik, bzw. der Plotter aus. Da haben wir aber schön blöd aus der Wäsche geguckt - kein Track-Back möglich, keine Landmarken germerkt, 1. Urlaubstag, Papierkarten noch im Womo.... Wir haben uns dann an der vermeintlichen Küstenlinie entlanggehangelt und sind in einer Bucht gelandet, die nicht unser Heimathafen war :nuts und dann ging der Plotter wieder an und wir waren gerettet ! :lachen So etwas passiert uns ganz sicher nie wieder !!

Heute, mit tausenden Bootskilometern auf dem Buckel sehe ich das aber trotzdem schon wieder etwas entspannter.

Auf den nordischen Gewässern sieht das schon wieder anders aus, da würde ich auch alles mitschleppen und hinter euch beiden her fahren :D:D

schlauchi20 21.04.2014 22:34

Ich bedanke mich erst mal für die tolle Aufstellung.
Bisher nur auf dem Rhein oder in Kroatien unterwegs, gab es folgende Navigation:

Rhein: Da Plotter sowieso da, diesen eingeschaltet. Die Fahrwege auf dem Rhein sind nicht so vielfältig :nixweiss, also kein wirklicher Plan B.

Kroatien: Aktuell einen großen Plotter und als Plan B ein Handnavi dabei. Dort zwar keine Wassertiefen, aber zumindest der Weg zurück sollte möglich sein. Wegpunkte sind allerdings nicht vorher gespeichert, was mit Sicherheit etwas nachlässig ist. Plan C wären die Karten, wobei ich nicht sicher bin, ob wir damit tatsächlich den Weg finden würden. Theoretisch alles klar, aber praktisch nicht wirklich geübt.

Sollte man dran arbeiten.

Rüdiger

goeberl 21.04.2014 23:00

Ich hab einen Plotter und zusätzlich ein Hand-GPS, auf dem ich jede menge Punkte eingespeichert. Wenn's Probleme mit der bordelektrik gibt, läuft das Hand-GPS mit Batterien. Entweder, Track back oder ich orientier mich nach den Punkten. Die Punkte hab ich so gesetzt, dass ich zur Not auch nachts, im blindflug damit klar komme.
Kompass hab ich nicht fest verbaut, sondern im staufach liegen, gemeinsam mit einlaminierten karten.

Lg Martin

Wolfgang 22.04.2014 08:43

Navigation ansich kann ja auch schon ein kleines Hobby werden :D

Ausrüstung dafür, die eigentlich immer auf dem Boot ist :

2 Lowrance HDS 5 ( Plotter + Tiefe )
Fest verbauter Kompass
Einen Reserveplotter ( Es ist/war der Garmin 276. Diese Möhlichkeit wird im Moment bebastelt. Die beiden 5" sind vom Einbauort damals dämlich von mir verbaut worden )
Ein Garmin Etrex 20 ( Aufzeichnen der Tracks, stromunabhängig, mit 2 Garmin blue charts drauf )
Papierkarten
Meinen alten Taschenpeilkompass ( Peilung und Karte "einnorden" )
Ein kleines Metalllineal mit verschiedenen Kartenmaßstäben
Fernglas
Handscheinwerfer

Eigentlich auch irgendwie viel zu viel. Aber wenns Spass macht :nixweiss

Vorbereitung ( am Beispiel von Hafen A nach B ) :

Von der nächstliegenden Tonne Hafenausfahrt bis Tonne Hafeneinfahrt auf der Papierkarte eine "Gerade". Dann das dazwischen liegende Stück Wasser auf der Karte absuchen ( Sperrgebiete, Gefahrentonnen, Untiefen etc. ).
Dann werden diese Gebiete "ausgespart" und aus der Geraden wird eine Route. Nach Möglichkeit von Tonne zu Tonne.

Die Koordinaten der Tonnen wird notiert oder ggf. per Routensoftware auf den Plotter übertragen. In der Karte schreibe ich dann auf den Strecken zwischen den Tonnen einmal die Gradzahl für den Hin- und Rückweg und die Entfernung zwischen den Tonnen. Sollten hohe markante Punkte an den Küsten zu finden sein, kommt da ein Kringel drum.

Während der Fahrt sieht es dann eh immer irgendwie anders aus :ka5

Bei vielen Tonner erschreckt man sich, wie weit sie wirklich auseinander liegen und wieviel Zeit drauf geht ( ach ja....gegen einlaufendes Wasser.... ). Aber am Plotter einmal rein- und rauszoomen und die doch noch vorhandene Kurslinie beruhigt dann wieder.

Zum Glück lass ich mich unterwegs nach Möglichkeit von Vielem ablenken. Da muss mal ein anderes Schiff umrundet werden, feine Wellen in eine andere Richtung befahren oder eine Pause eingelegt werden. Dann dreht man sich immer irgendwie einmal im Kreis, zoomt am Plotter rum oder schaut in die Karte.

Plan B :

Wenn ich im Kopf mit dem Kurs und einer Karte ( Dunkelheit .... ) nicht mehr zurecht komme, muss der Plotter herhalten. Ist der i.A., halt ich mich an das Etrex. Hab ich mich komplett zerzuselt, geht es langsam Richtung Küste. Ich habe auch wegen des Bootes keine Angst auf dem Wasser aber doch erheblichen Respekt. Es kann immer irgendetwas nicht bedachtes passieren.

Mir machen solche Vorbereitungen zuhause auch irgendwie Spass. Dank Google und Maps kann man sich ja schon irgendwie einen Tisch im Hafen reservieren und sich die örtlichen Besonderheiten angucken.

Das es dann in Natura immer ein wenig anders aussieht und kommt, ist doch irgendwie das Salz in der Bootfahrsuppe :D

TSR-1995 22.04.2014 13:59

Hallo Tommy
danke fuer deinen tollen Beitrag.

Wie macht ihr das in der Gruppe? Plant da jeder seinen eigenen Trip? Verlaesst sich jeder auf eure Planung oder sprecht ihr euch vorher ab. Beim Tauchen kann man das kurz vor dem Tauchgang machen. Bei einer Tour z.B. Cuxhaven/Helgoland benoetigt die Absprache sicherlich mehr als 5 Minuten.
Wie sieht das mit der Navigationsausruestung in einer Gruppe aus? Ueber welches Equipment sollte jedes Boot verfuegen?
... Welches Sicherheitsequipment sollte auf jedem Boot vorhanden sein? (Abschleppseil, Funkgeraet, ...)

Kannst du bitte mal ein Foto von deinem "Maritimen Roadbook" posten. Mich wuerde interessieten wie dies aufgebaut ist. (Zeilen/Spalten..) Ich denke es ist wie eine Excel Tabelle, oder?

Gruss Thorsten

Oliver74 22.04.2014 14:11

Hallo Thorsten

Zitat:

Zitat von TSR-1995 (Beitrag 369777)
Wie macht ihr das in der Gruppe? Plant da jeder seinen eigenen Trip? Verlaesst sich jeder auf eure Planung oder sprecht ihr euch vorher ab.

Wenn ich mit Tommy im Urlaub war, haben wir uns am Abend vorher zusammengesetzt und sind die Route durchgegangen.
Jeder hat sich dann die Waypoints in sein eigenes GPS eingetragen und sein eigenes "Roadbook" (WP, Kompasskurs und Entfernung zum nächsten WP) geschrieben. :chapeau

Zitat:

Wie sieht das mit der Navigationsausruestung in einer Gruppe aus? Ueber welches Equipment sollte jedes Boot verfuegen?
... Welches Sicherheitsequipment sollte auf jedem Boot vorhanden sein? (Abschleppseil, Funkgeraet, ...)
Ein Schleppseil ist nie verkehrt :zwinkern
Zur Navigation habe ich mein GPS, Ersatzbatterien, einen Kompass + Papier Revierkarten und ein Fernglas dabei

Zusätzlich Nicosignal, Handfackeln und Fallschirmraketen für DEN Fall der hoffentlich nie eintritt :ka5

Tommy 22.04.2014 17:50

Zitat:

Zitat von TSR-1995 (Beitrag 369777)
...Kannst du bitte mal ein Foto von deinem "Maritimen Roadbook" posten. Mich wuerde interessieten wie dies aufgebaut ist. (Zeilen/Spalten..) Ich denke es ist wie eine Excel Tabelle, oder?

Wir haben kein spezielles Layout für unsere "Maritimen Roadbooks". Bei länger vorbereiteten Touren, wie Helgoland,
haben wir sie auf dem Rechner mit Word geschrieben.
Bei den meisten Touren die, wie Oliver schon schrieb, am Abend vorher in der Gruppe ausgetüftelt wurden, hat
Ute sich die Liste einfach in einen kleinen Notizblock geschrieben, der in ihre Jackentasche paßt.

Ein Problem bei "schnellen" und offenen Booten ohne großen (windgeschützten) Steuerstand ist, dass man so eine
Liste so schlecht unterbringen kann. Sie sollte handlich sein und darf bei Fahrtwind nicht permanent umknicken.
Bei Ausdrucken hat sich daher bei uns eine max. Blattgröße von DIN A5 als sinnvoll erwiesen. Alles mit recht großer
Schrift und einlaminiert. Dann noch in einer Ecke gelocht und mit einem Bändsel am Boot festgebunden.

TSR-1995 22.04.2014 18:17

Hallo Tommy,
danke fuer die Infos. Beim Tauchen verwenden wir Plastik Tafeln, welche man mit einem Gummiband am Unterarm fixiert hat. Auf den Plastiktafeln schreiben wir unsere Runtime fuers Auftauchen (Dekostops). Diese Art von Tafeln haben sich dort sehr bewehrt. Ich denke so etwas werde ich mir fuer unsere Helgoland Tour auch anfertigen.
Ich bin mal gespannt ob ich da alle Infos drauf bekomme.

Gruss
Thorsten

gr79b 22.04.2014 18:35

Roadbook
 
Zitat:

Zitat von TSR-1995 (Beitrag 369777)
Hallo Tommy
danke fuer deinen tollen Beitrag.

Wie macht ihr das in der Gruppe? Plant da jeder seinen eigenen Trip? Verlaesst sich jeder auf eure Planung oder sprecht ihr euch vorher ab. Beim Tauchen kann man das kurz vor dem Tauchgang machen. Bei einer Tour z.B. Cuxhaven/Helgoland benoetigt die Absprache sicherlich mehr als 5 Minuten.
Wie sieht das mit der Navigationsausruestung in einer Gruppe aus? Ueber welches Equipment sollte jedes Boot verfuegen?
... Welches Sicherheitsequipment sollte auf jedem Boot vorhanden sein? (Abschleppseil, Funkgeraet, ...)

Kannst du bitte mal ein Foto von deinem "Maritimen Roadbook" posten. Mich wuerde interessieten wie dies aufgebaut ist. (Zeilen/Spalten..) Ich denke es ist wie eine Excel Tabelle, oder?

Gruss Thorsten

Moin,
einfache Tabelle, links die WP Nummer, dann dessen Koordinaten, Kurs in Grad zum nächsten, Entfernung vom letzten WP.
Wenn man erst die Handnavi gemacht hat, und diese dann in Plotter/GPS übertragen hat, ist es auch eine gute Idee, die Entfernung unterm Strich mal zu vergleichen. Dann sieht man, ob es einen Übertragungsfehler bei den Koordinaten gegeben hat.
Jeder der ein Boot führt, sollte die Route auch kennen. Entweder selber die Navi (mit-)machen oder wenn nur einer sie geplant hat, würde ich sie auf jeden Fall nicht einfach abschreiben, sondern zumindest kurz überfliegen und ggfls. nachfragen/absprechen.
Mit dem Routen entlang Tonnen navigieren ist natürlich so eine Sache. Bei Wasserstraßen/Schiffahrtswegen ist es kein Thema; wenn da mal eine weg/total vertrieben ist, gibt es in überschaubarer Entfernung die nächste. Bei einzelnen Tonnen, wie Gefahrentonnen, vielleicht nicht. Wenn man dann noch was anderes hat, ist das immer gut. Wenn man in Landnähe unterwegs ist, kann man zusehen, dass man nach Möglichkeit Punkte hat, die man per Kreuzpeilung von markanten Landpunkten aus ebenfalls ermitteln kann, oder dass man einen Kurs fahren kann, bis man am Wegpunkt was brauchbares querab hat und dann den nächsten WP anfährt.
Bei jedem Tauchgang würde ich auch nicht erst 5min vorher mit der Absprache anfangen.
Kommt halt immer drauf an, was man vor hat...
Grüße
Holger

gr79b 22.04.2014 18:47

Runtime
 
Zitat:

Zitat von TSR-1995 (Beitrag 369793)
Hallo Tommy,
danke fuer die Infos. Beim Tauchen verwenden wir Plastik Tafeln, welche man mit einem Gummiband am Unterarm fixiert hat. Auf den Plastiktafeln schreiben wir unsere Runtime fuers Auftauchen (Dekostops). Diese Art von Tafeln haben sich dort sehr bewehrt. Ich denke so etwas werde ich mir fuer unsere Helgoland Tour auch anfertigen.
Ich bin mal gespannt ob ich da alle Infos drauf bekomme.

Gruss
Thorsten

daran habe ich ja noch gar nicht gedacht... meine Schreibtafel für die Runtimes ist ja auch dreiseitig. Beidseitig benutzt kann da ganz schön viele WPs drauf unterbringen und hat sie immer "zur Hand"...

Für die, die es nicht vom Tauchen kennen. Einfach mal bei Tante Google Unterarm Schreibtafel eingeben, dann hat man sofort eine Auswahl...
z.B.
http://www.tauchversand.com/$WS/dive...ross/23004.jpg
Grüße

Wolfgang 22.04.2014 19:02

Ich finde dieses Thema schon deshalb :chapeau , weil es eventuell doch mal Jemand mehr dazu anstachelt, sich mit einer Karte zu beschäftigen.

Die andere Seite ist natürlich die, dass aktuelle Karten zum spielen und gucken relativ teuer sind. Das soll aber kein Hindernis sein. Ich gebe gerne zum beschnuppern Karten aus älteren Sätzen ( Nord- und Ostsee / NL ) ab .Rest per PN :ka5

derBielefelder 22.04.2014 19:02

Moin,

als alter Mopedfahrer kenne ich ähnliche Probleme. Kein Platz, Wetter, Nässe und alles dann noch im Dunkeln... super :cognemur

Bei den Endurofahren sind die Roadbooks von Touratech beliebt: KLICK

Die Dinger gibt es inzwischen relativ günstig im gebrauchten Zustand da viele jetzt auch digitale Technik umrüsten.

TSR-1995 22.04.2014 19:04

Zitat:

Zitat von gr79b (Beitrag 369796)
Moin,
einfache Tabelle, links die WP Nummer, dann dessen Koordinaten, Kurs in Grad zum nächsten, Entfernung vom letzten WP.
...
Bei jedem Tauchgang würde ich auch nicht erst 5min vorher mit der Absprache anfangen.
Kommt halt immer drauf an, was man vor hat...
Grüße
Holger

Hi Holger,
Was ich vielleicht noch dabei schreiben wuerde ist der Spritverbrauch bzw wieviel km ich noch fahren kann bis ich tanken muss..

Hast ja recht, fuer einen 100m Tg am Walchensee benoetige ich auch laenger als 5min, wenn ich meine Runtime nicht finde oder einen anderen Tauchpartner habe...

Gruss Thorsten

Tommy 22.04.2014 19:10

Hallo zusammen,

wenn der Steuerstand groß genug ist und ein wenig freie Fläche bietet, kann man sich dort einfach eine einlaminierte Liste mit Klebeband fixieren.
Bei uns gibt es diesen Platz nicht. Deshalb der Notizblock oder die angebundenen DIN A5-Ausdrucke.

Falls man selber den Überblick behalten möchte und sich nicht nur auf den Plotter verlassen möchte, ist die Arbeit mit dem Roadbook etwas für
einen Mitfahrer und nicht für den Menschen am Steuer. Der hat bei etwas Welle genug mit Steuer, Gas und Kurshalten zu tun. Ich wüßte zumindest
nicht, wie ich als Fahrer so eine Schreibtafel für Taucher "bedienen" soll.

Und egal für welche Lösung man sich entscheidet, man sollte immer daran denken, dass man für die Navigation während der Fahrt nur eine Hand
frei hat und sich mit der anderen festhalten muss...


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